Es gib keinen Eingriff in das Moor?

 

Wenn man unter "Eingriff" einen tiefen Kelleraushub versteht, dann gibt es bisher keinen Eingriff. Doch verschleiert man damit die Tatsache, dass das Abbaggern einer Moorfläche einen schwerwiegenden Eingriff darstellt.

Geplant ist, 30 cm Erdreich abzutragen. Das hört sich harmlos an. Doch bei dem "Erdreich" handelt es sich zum Großteil um vertrocknetes und mineralisiertes Moor, das aber immer noch CO² speichert. Das CO² wird freigesetzt, wenn man die Oberschicht vom Moorkörper trennt. Man plant, dieses "Erdreich" auf die Felder zu verteilen. Es sei darauf hingewiesen, dass Torf als Sondermüll deklariert ist und teuer entsorgt werden muss.

Ein noch schlimmerer Eingriff ist die flächige Freilegung des Moorkörpers. Wenn man hier den "Deckel" wegnimmt, beginnt sofort ein Trockenprozess und eine massive Freisetzung von klimaschädlichen Gasen - auf rund drei Hektar.

Wenn man diese Fläche im Bereich der Fußballfelder mit Vlies und ca. 80 cm hohen Schotter-Aufschüttungen wieder verschließt, sind die Folgen unklar. Das Gewicht ist erheblich. Wird das Moor darunter zusammengepresst und vertrocknet? Das wäre für das Klima sehr schlecht. Oder wird das Moor zusammengepresst und der Wasserspiegel steigt an? Das wäre für die Spielfelder sehr schlecht. Aber da man keinerlei Fachgutachten dazu erstellt hat, wird es auf "try and error" herauslaufen.

Ein weiterer erheblicher Eingriff ist der Aushub für das 500 m² große Gemeinschaftshaus. Für die geplante schwimmende Gründung muss man entsprechend auskoffern, mit Schotter auffüllen und darauf eine ca. 30 cm dicke Stahlbetonplatte platzieren. Alternativ plant man einfach die Fläche aufzuschütten. Doch gleich welche Methode man wählt, ein Stahlbetonbau auf 500 m² ist von seiner Ausdehnung und seinem Gewicht ein erheblicher Eingriff in den Moorboden, der sich unter dem Bau verändern und umbauen wird.

Es ist inakzeptabel, dass man ohne Klärung des Untergrundes mit dem Bau starten will. Im Gegenteil, obwohl man hier genau weiß, auf was man sich einlässt, wird jegliche Klärung vermieden. Das Landesamt für Umwelt hat 2020 mit ersten Begehungen und Bohrproben klargestellt, dass hier Niedermoor ist, doch unbegreiflicherweise wurde diese Initiative nicht weitergeführt. 

"Es kann nicht sein, dass ohne ausreichende Klärung der Bodenbeschaffenheit ein Bebauungsplan genehmigt wird und dann mit der Macht des Faktischen ein Bodenaustausch bis in den Moorkörper ausgeführt wird“. (Zitat aus der Stellungnahme des BUND Naturschutz in Bayern e.V.)

Etwas Positives zum Schluss: im Ausschuss für Natur und Umwelt wurde am 08.12.2020 dem Antrag von Willi Reinbold (ÖDP) stattgegeben, dass die Kartierung des Moores im Landkreis aktualisiert werden soll. Der Landkreis stellt dafür 50.000 Euro zur Verfügung. Es besteht Hoffnung, dass es dann in Zukunft zu solchen Planungen wie in Nassenfels nicht mehr kommen wird.