Biber im Moor?

 

Der Biber war vollkommen ausgerottet. Doch mittlerweile ist er wieder heimisch geworden. Er fühlt sich im Schuttermoor so wohl, dass die Paare jedes Jahr für Nachwuchs sorgen. Würde man den Biber einfach machen lassen, hätte er sicher bald die Landschaft in ein Naturparadies verwandelt. Das lässt sich gut in der renaturierten Schutterschleife sehen (siehe Die Schutterschleife).

Der Biber ist nicht bei allen gleich beliebt. Landwirte, die ihre Wiesen im Moor bewirtschaften, fürchten seine Aktivitäten, denn seine erfolgreichen Bemühungen, den Wasserpegel anzuheben, sind gut für das Moor, aber schlecht für die Mäharbeiten. Die Folge ist eine ständige Kompromissfindung zwischen den "Parteien". Für den Biber bedeutet das im schlimmsten Fall die Zerstörung seiner Burgen und den Verlust seines Lebens. 

Der Bau der Sportanlage bedroht mehrere Biberfamilien, die derzeit nördlich der Schutterschleife ein Biberparadies geschaffen haben. Der pelzige Tiefbaumeister hat die gesamte Fläche durchtunnelt und mit offenen Kanälen durchzogen. Zu seiner Versorgung stehen frische Weiden bereit, die er auch für den Burgenbau nutzt. Ausgerechnet hier soll die Ausgleichsfläche für den Sportplatz "entbuscht" werden (also keine leckeren Weiden mehr) sowie einmal im Jahr gemäht. Zum Mähen wird man die Tunnel und Gräben zuschütten müssen. Damit wird das Biberparadies zerstört und einige Familien vertrieben, die in den angrenzenden Kanälen ihre Burgen errichtet haben.

Abb: Biberkanal in der zukünftigen Ausgleichsfläche

 

Die Fläche war ursprünglich als Feuchtmulde gedacht, doch nachdem der Mensch sie jahrelang nicht gepflegt hat, übernahm der Biber. Er hat ein Biotop geschaffen, wie es natürlicher nicht sein kann. Ist es sinnvoll, dass der Mensch jetzt eingreift und die Tiere vertreibt?

Welche Folgen hat das? Die Biber werden durch das Schuttertal ziehen und eine neue Bleibe suchen. Doch alle Reviere sind besetzt, es kommt zu heftigen Revierkämpfen, die auch den Tod eines Bibers bedeuten können. Ein heimatloser Biber findet kaum mehr eine Platz, wo er keinen Landwirt stört. Schnell wird er mit seinen Tunneln zum Problem. Also ersucht man nach einer Fanggenehmigung, die auch meistens erteilt wird.

Ich möchte mal schildern, was das für einen Biber bedeutet: Es werden Lebendfallen aufgestellt. Das sind große Kisten, von denen zwei Seiten hochgeklappt werden. Lässt sich der Biber durch leckeres Futter anlocken, fallen die Wände zu. Die Fallen müssen täglich kontrolliert werden. Dennoch muss mancher Biber lebend fast einen ganzen Tag in der Falle ausharren. Wenn er viel Glück hat, kann er in ein anderes freies Revier gebracht werden, aber die Paare bzw. Familien werden auseinandergerissen. Das ist grausam, denn Biber leben monogam in lebenslangen Beziehungen. Grausam ist auch die Tötung. Wenn man kein Ersatzrevier findet, wird ein sogenannter "Bunker" gegraben, der Biber dort platziert und gezielt erschossen. Das Töten in der Falle ist verboten doch meines Erachtens ist das Töten im "Bunker" auch nicht tierfreundlicher.

 

 

Biberburg mit Abwasserrohr? Das hat nicht der Biber selbst eingebaut, sondern das Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt. Die findige Idee dient dazu, dass der Biberdamm das Wasser nicht zu hoch aufstaut. So kann sie an der Stelle bleiben. Diese Burg liegt an der oben beschriebenen Ausgleichfläche. 

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