Die Schutterschleifen

Die Renaturierungen der Schutter bei der Oberhaidmühle, in Buxheim und an der Altmühl bei Wasserzell

 

Vor 20 Jahren wurde ein Stück der begradigten Schutter zwischen Nassenfels und Wolkertshofen in ihr altes Flussbett zurück geleitet. Mittlerweile ist daraus ein kleines Paradies geworden. Der Bewuchs hat sich komplett geändert, Biber und andere Tiere haben sich angesiedelt. Wie damals vorausgesagt, sollten auch wieder die Störche nach Nassenfels zurück kehren. Ihr Bruterfolg hängt von der Existenz der feuchten Moorwiesen ab.

Angeregt wurde das Projekt durch Franz Kulinsky, der in der Oberhaidmühle wohnt. Die Ausführung übernahm das Wasserwirtschaftsamt  Ingolstadt. Nassenfels machte auch mit: auf einem benachbarten Grundstück im Besitz der Gemeinde wurde die Oberfläche mit Senken naturnah gestaltet. Es wäre dringend zu wünschen, dass diese renaturierte Schutterschleife nur der Anfang war und dass sich die politisch Verantwortlichen bewusst werden, wie wichtig die Fortsetzung des Projekts für die Zukunft ist.

Schon vor zwanzig Jahren kamen wichtige Vertreter der Regierung zur "Einweihung" ins Schuttermoos. Da mittlerweile die Moorflächen in ihrer Bedeutung noch viel höhere Bedeutung gewonnen haben, würde eine Renaturierung mit Sicherheit zum überregionalen Vorzeigeprojekt.

Eine weitere erfolgreiche Renaturierung fand 2009 in Wasserzell statt. Unter der Leitung des Wasserwirtschaftsamtes wurde auch dort eine Schleife an der Altmühl rekonstruiert, der Fluss erhielt sein altes Bett zurück. Für die dortigen Fischer ist das ein großer Erfolg, und auch die Stadt Eichstätt zog daraus Gewinn, weil sie dort Ausgleichsflächen platzieren konnte.

https://www.donaukurier.de/lokales/eichstaett/Die-Altmuehl-hat-ihr-altes-Bett-zurueck;art575,2139458

 

 

Auch in Buxheim hat man einen 250 Meter langen Abschnitt der Schutter 2014 erfolgreich renaturiert. Etwa 2800 Kubikmeter Erdboden wurden dafür bewegt. Das Ufer wurde mit Schwarzerlen bepflanzt, um für Schatten zu sorgen. Die Bäume sorgen auch für Totholz und Falllaub als Lebensraum und Nahrungsgrundlage für Kleinstorganismen. 

Die Kosten der Renaturierung von etwa 25 000 Euro übernahm der Freistaat Bayern. Besonders der Anglerverein Buxheim begrüßt dieses Projekt

https://www.donaukurier.de/lokales/eichstaett/Buxheim-Ein-neues-Bett-fuer-die-Schutter;art575,2980258

 

 

Nassenfels hat die besten Voraussetzungen, an diese Projekte anzuknüpfen.

 

Bei einer vom AK-Klimaschutz Nassenfels (Dr. Jörg Unger) initiierten Moorbegehung am 31.07.2020 mit Herrn Bürgermeister Hollinger, Herrn Marktrat Bittlmayer und Vertretern der Naturschutzverbände (Willi Reinbold und Johann Beck - LBV, BUND Naturschutz) wurde das große Potential zur Renaturierung thematisiert. Herr Bürgermeister Hollinger konnte eine große zusammenhängende Fläche im Schuttertal Richtung Wolkerthofen präsentieren, die sich dafür optimal eignen würde. Dank erheblicher Fördermittel für Kommunen und Landwirte bietet sich hier eine realistische Chance, an die bisherigen Erfolge anzuknüpfen. 

Gute und zielführende Klimaschutzprojekte können nur an der Basis der Demokratie, nämlich in den Gemeinden vor Ort, geboren und umgesetzt werden.

Es ist ein gutes Zeichen, dass bei den Vertretern der Kommunalpolitik des Marktes Nassenfels das Potential des Moores und seine Bedeutung für Umwelt- und Klimaschutz anerkannt wird. 

 

„Wir haben nicht mehr viel Zeit, zu handeln“

Paolo Pellegrin, ZEIT-Magazin, 30.07.2020.

 

 

 

 

 

Rot umrahmt ist die Schutterschleife zu erkennen, wo sich nach 20 Jahren erfolgreicher Renaturierung deutlich ein anderes Vegetationsbild abzeichnet.

Biberburg an der renaturierten Schutterschleife (Ich danke Michael Schweiger für das Foto)

In der Karte sieht man noch gut den alten Verlauf der Schutter. Genau dort, wo die Sportanlage geplant ist, schlängelte sich einst ein kurvenreicher Mäander. Urkataster Nassenfels, Quelle: Geobasisdaten: Bayerische Vermessungsverwaltung, https://creativecommons.org/licenses/by-nd/3.0/de/


Oben das Foto zeigt die Schutterschleife vor der

Renaturierung, unten danach mit den

angrenzenden Biotopen.

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