Bilder der Zerstörung

Wir berichten hier in Wort und Bild über die Bebauung des Schuttermoores bei Nassenfels. Die aktuellsten Infos erscheinen oben in der Liste, bitte scrollen Sie für ältere News nach unten.

Es ist uns ein Anliegen, die Bauarbeiten zu dokumentieren und einen steten Blick auf und in das Moor zu bewahren. Mit dieser Dokumentation wollen wir für die Zukunft sicher stellen, dass sich niemand herausreden kann, man habe es ja nicht gewusst, um welche Fläche es sich hier handelt. 

 

05.11.2022

Die Dimensionen der Anlage sind nun deutlich zu sehen. Die schönste Ansicht von Nassenfels ist zerstört. Die historischen Wahrzeichen Burg und Kirche zu Nebensächlichkeiten marginalisiert. 

Bisher war die Zerstörung von drei Hektar Moor nur rein theoretisch, nun kann man aber die Fläche optisch wahrnehmen. Wenn ich das schreibe, findet in Kairo die Weltklimakonferenz statt. Man ringt um Lösungen, CO² zu speichern. Der Anblick in Nassenfels mach deutlich, wie und warum Klimaschutz scheitert.

05.11.2022

Obwohl man sich gestern, an einem Freitag, sehr beeilt hat, die abgebaggerten Flächen mit Geovlies zu verdecken, ist noch eine Ecke freigeblieben, in der man den alten Schutterverlauf sehen kann. Die hellen Sedimente (mit rotem Pfeil gekennzeichnet) sind überdeutlich zu erkennen. Auch hier sind unterschiedliches Setzverhalten in der Fläche und entsprechende Verwerfungen zu erwarten

Welche Dimensionen die Anlage hat, sieht man gut im Vergleich zu den angrenzenden Wohngebieten.

04.11.2022

 

Das zukünftige Spielfeld ist nun soweit abgeschoben, dass sich deutlich das helle alte Flussbett der Schutter vom umgebenden schwarzen Moor abhebt (hinter dem Bagger).

Schon dringt Wasser an die Oberfläche und führt zu Pfützenbildung. 

04.11.2022

 

Das Moor zeigt sich hier intakt, schwarz, nass, schwer - eine echte Potentialfläche. 

04.11.2022

 

Das zukünftige Trainingsfeld ist nun komplett mit Kies abgedeckt. 

In der abgeschobenen Fläche daneben steht schon das Wasser. Wir erinnern hier an das Baugrundgutachten, in dem der hohe Wasserstand deutlich erwähnt wurde ("Wassereintritt bei einem Meter). Hier tritt das Grundwasser noch weiter oben aus.

02.11.2022

Die Bauarbeiten am Hauptfeld haben begonnen. Die Erde wird abgeschoben. An den tiefen Reifenspuren sieht man sehr gut, wie nass der Boden ist, obwohl es seit längerer Zeit nicht mehr  geregnet hat.

Besonders bedauerlich an der Zerstörung dieser Fläche ist, dass es sich hier um ein Biotop handelte, welches man für den Bau der Sportstätte opfert. Auf dem gesunden und nassen Moorboden gediehen typische Moorpflanzen.

29.10.2022

Wie reagiert das Moor auf das Gewicht der bisherigen Schüttungen? Und schon kann man die Antwort sehen: das Wasser aus dem Moor wird nach oben gepresst und dringt durch die Folie und sogar durch den Schotter nach oben!

Auch die schweren Schüttungen aus dem Abbruchmaterial, das man für die Parkplätze stundenlange einplaniert hat, tragen zu dieser Reaktion bei.

Je mehr Gewicht dem Moor aufgelastet wird, desto unberechenbarer ist dessen Reaktion. Der zweite Platz wird noch größer, das Gebäude soll ein schwimmendes (!) Fundament erhalten. All diese Bebauungen werden ein immenses Gewicht auf dem Moor darstellen.

Was passiert, wenn man einen Betonklotz auf einen nassen Schwamm stellt???

24.10.2022

Der Schotter wird auf der Fläche verteilt. Unzählige LKW liefern permanent an, zwei Bagger sind am Arbeiten. Man sieht in Relation zu den Baggern, wie hoch die Schüttungen sind. Schätzungsweise 80 - 100 cm Schotter wird auf dem Moor aufgebracht. Bisher war die Rede von 30 cm Substrat?!

24.10.2022

Auch auf diesem Foto kann man die Höhe der Schotter-Schüttung in Relation zum Bus gut abschätzen.  

 

Hier sei noch einmal die Frage gestellt: wie wird sich das Gewicht auf das sehr nasse Moor auswirken? Wohin wird das Wasser ausweichen? 

 

Ältere Nassenfelser haben mir erzählt, dass es in dieser Fläche einst sehr tückische Partien gab, die immer extrem nass, matschig und weich waren und die man bei Arbeiten mit dem Traktor gemieden hat. 

22.10.2022

Plastikmeer statt Schuttermoor.

Die gesamte Fläche wurde mit einem Geovlies abgedeckt. Es besteht aus wasserdurchlässigem Material und einem schwarzen Plastikgitter.

Soviel Plastik in einem wassersensiblen Gebiet. Es wird von unten dauerhaft durch Moorwasser vernässt, und von oben durch Gießwasser (bei dem es sich um Wasser aus der Kläranlage handeln wird, wie der FC Nassenfels kürzlich bekannt gab).

Das schwarze Plastikgitter soll verhindern, dass sich die Fläche durch das unterschiedliche Setzverhalten der heterogenen Erdmassen verwirft. 

unten: Detail des Geogitters.

Viele Passanten waren schockiert, als ihnen erstmals bewusst wurde, wie groß dies Flächen sind und wie tiefgreifend die Veränderung des Landschaftsbildes. Auf dem vielbefahrenen überregionalen Radwanderweg bleiben die Biker fassungslos stehen. Ein Gewinn für den Tourismus wird das nicht werden.

 

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17.10.2022

Die Fläche für den zukünftigen Trainingsplatz ist komplett abgeschoben und liegt frei.

Eine Drohnenaufnahe zeigt es in aller Deutlichkeit, wie sich die Schutter einst durch die Fläche schlängelte. Der mit Fremdmaterial zugeschüttete Flusslauf zeichnet sich deutlich dunkelbraun ab. Die hellen Partien zeigen den Uferbereich, in dem der Fluss Sedimente ablagerte. Der Verlauf stimmt mit jenem in den historischen Landkarten überein und hat sich in den letzten Jahren immer deutlicher an der Oberfläche herausgedrückt.

Für eine Überraschung sorgte unten links der helle Verlauf eines Flussarmes, der vollkommen mit Sedimenten zugesetzt ist - wahrscheinlich ein älterer Flusslauf.

 

Blau gerahmt sieht man deutlich den Verlauf der alten Schutter. Das künstlich eingefüllte Fremdmaterial unterscheidet sich von der Umgebung, es besteht aus Gestein, Erde, Lehm, Scherben.... was man halt einst so aufgetrieben hat, um den Flusslauf zu füllen.

Das weiche Moor sackt beim Austrocknen rundherum ab, während sich dieser harte Bereich in der Oberfläche herausdrückte. Das soll jetzt durch das Plastikgitter verhindert werden, das man über die ganze Fläche gezogen hat (siehe Fotos weiter oben).

Flussmuscheln, immer noch geschlossen. Sie stammen aus der alten Schutter und lagen nun über 100 Jahre im Moor, bis sie heute vom Bagger wieder aufgedeckt wurden.

Mit etwas Glück kann man heute wieder in der Schutter und den sie begleitenden Gräben solche Muscheln finden.

17.10.2022

Der Meilenhofener Aushub und das Abbruchmaterial wurde auf der Fläche für die Parkplätze verteilt. Ein Beobachter kommentierte: "Es wurde eingeschwabbelt". Tatsächlich fuhr die Walze ungezählte Male hin und her, um eine gerade Fläche auf dem unruhigen Moor zu konstruieren. Unruhig ist hier wörtlich  zu nehmen. Wer einmal neben einen schweren Baugerät stand, wird nie vergessen, wie das tiefe Moor darunter in Schwingungen gerät. Schon Kühe reichen im Schuttermoor aus, um das zu erleben.

Das Auffüllmaterial für die Parkplätze wird schon lange westlich der Fläche gelagert. Es kommt von Abbruchhäusern und Aushub aus Meilenhofen. Große Steine, kleine Steine und Erde, also eine sehr gemischte Masse. 

 

 

4.10.2022

Die "Ausgleichsflächen"

Der sogenannte "Ausgleich" für das zerstörte Moor sind mehrere Flächen nahe der "Schutterschleife". Man hat hier einfach den Bewuchs entfernt. Das Resultat sind kahle Moorflächen, die "wechselfeuchten Mulden".

Vor dem Bürgerentscheid wurde immer wieder betont, man würde "neues Moor schaffen" oder "Moor vernässen". 

Der Anblick der sogenannten Ausgleichsflächen ist einfach nur ernüchternd. Damit kann man keine drei Hektar Moor sühnen.

 

4.10.2022

"Ausgleichsflächen"

Um zu den sehr nassen Flächen zu gelangen, die als sogenannter Ausgleich dienen sollen, musste sich schweres Gerät durch das Moor quälen. Die Zerstörungen sind tiefgreifend.

14.09.2022

Die erste Fläche für die Parkplätze wurde abgeschoben.