Die Nassenfelser Burg

Die Wasserburg gilt als eine der bedeutendsten und eindrucksvollsten Burganlagen Bayerns. Das besondere ist ihre Lage auf einem Korallenriff im Moos, also in einer absolut flachen Landschaft. Sie gehört zu den Niederungsburgen, die nicht den Verteidigungsvorteil einer Höhenlage haben. Deshalb war die Burg auf ihre starken Ringmauern, das sumpfige Umland und vor allem die unverbaute Rundsicht angewiesen, die einem Angreifer das heimliche Anpirschen unmöglich macht.

 

Im Sinne der Denkmalpflege ist also nicht nur der Architekturbestand schützenswert, sondern die freie Sicht von und auf die Burg. Auf der alten Aufnahme kann man sehr gut erkennen, dass die Burg einst vollkommen frei stand. Mittlerweile hat sich der Ort von Norden her genähert, aber die Ansicht von Süden (von Egweil) ist noch vollkommen frei und von Osten kaum verbaut. Umso wichtiger ist es, dieses überregional bekannte Baudenkmal auch weiterhin im Kontext mit seiner Landschaft frei zu halten.

 

Der Sportplatz würde das historische Panorama empfindlich stören. Dabei geht es nicht darum, ob die Burg verdeckt wird - es geht um das Zusammenspiel einer historischen Landschaft mit den beiden Baudenkmalen Burg und Kirche.

 

Kurze Baugeschichte

 

Archäologische Ausgrabungen haben erste Besiedlungsspuren an der Stelle der Burg schon um 60.000 vor Chr. nachgewiesen.

Das heutige Bild der Burg zeigt neben den teilweise erhaltenen Ringmauern noch drei Mauertürme und den hohen Bergfried.

Nach dendrochronologischen Analysen kann man den frühesten Bau in das Jahr 1169 datieren. Unter Bischof Konrad von Pfeffenhausen wurden um 1300 die Wehrmauer um 10 Fuß erhöht und der Bergfried ummantelt. Hundert Jahre später erfolgten umfangreiche Erweiterungen unter Bischof Friedrich IV, Graf von Oettingen. Die Zwingermauer mit vielen Türmen, der Torturm, die Mauertürme, eine freistehende Burgküche, die Burgkapelle und ein neuer Palas wurden errichtet. Im Jahr 1699 wurde ein neues stattliches Kastenhaus durch Jacob Engel, dem Eichstätter Hofbaumeister, errichtet. 1932 brannte es leider ab.

Die Fürstbischöfe von Eichstätt haben diese trotzige Burg als unübersehbares Zeichen ihrer Macht errichtet. Sie markiert die südliche Grenze ihres Herrschaftsgebiets.

So muss sie als Einheit mit dieser einzigartigen Moorlandschaft erhalten bleiben. Nämlich mit weiter freier Sicht und wie  in früheren Zeiten umgeben von unwegsamen, sumpfigen Gelände. Der Sportpark würde das mehr als beeinträchtigen.

 

Die Burg befindet sich heute  in Privatbesitz. Überregional bekannt sind die alljährlichen Nassenfelser Kulturtage, außerdem kann man in der Burg zwei Ferienhäuser mieten.

 



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